Roberto Bolaño, 2666
Roberto Bolaño 2666 lesen heisst, tausenden von Hinweisen nachgehen. Bolaño beschreibt (- welch herrliche Parabel!) das wunderbare Ready-made: Marcel Duchamp gab seiner Schwester in einem Brief aus Buenos Aires nach Paris 1919, die Anweisung ein Buch über Geometrie für einige Monate an einer Schnur aus dem Fenster zu hängen. Das Resultat dieses Prozesses, das Buch vom Winde durchblättert und verwittert – die Prinzipien der rationalen Wissenschaft belehrt durch die Tatsachen des Lebens – ist als Kunstobjekt sein Hochzeitsgeschenk.
Bolaño 2666 lesen heisst nämlich, sich auf die Entgrenzung von Reisen, Lesen und Erinnern einlassen. Die eigene Vorstellungskraft ist, so seine Idee, die Wirklichkeit. Gemäss der neuen Physik ist ja alles eine Einheit. Es gibt keine Objekte, sondern nur Verbindungen und in jedem Moment wird alles neu geschaffen. Das heisst, es gibt nur den Zusammenhang in dem wir sind.
Marcel Duchamp
Bild: Wikipedia
Am 22. Januar 2010 um 13:33 Uhr
Ich lese das Buch auf Englisch und bin inzwischen auf Seite 530 (von 900). Ein unglaubliches Buch. In der engl. Version wird auch von einem “ready-made” gesprochen; gibt es denn dafür kein deutsches Wort? Was ist ein “ready-made”??? Ich versteh’s nicht…
Am 22. Januar 2010 um 13:48 Uhr
ich versteh’s doch
Ein Objet trouvé (franz. für ‚gefundener Gegenstand‘) ist ein Kunstwerk, beziehungsweise Teil eines Kunstwerks, das aus vorgefundenen Alltagsgegenständen oder Abfällen hergestellt wird. Ready-mades werden sie genannt, wenn der Künstler am vorgefundenen Objekt keine oder kaum Eingriffe vornimmt. (Danke, Wiki!)