Die Welt aus den Angeln

Philipp Blom
Die Welt aus den Angeln
Eine Geschichte der Kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700

Philipp Blom: Die Welt aus den Angeln

«Die Themse war bis nach London hinein so dick zugefroren, dass Marktstände auf dem Eis errichtet werden konnten, der französische König Heinrich IV. war eines Morgens mit vereistem Bart aufgewacht, der Wein fror in den Fässern ein, in Osteuropa fielen Vögel mitten im Flug erfroren auf den harten Boden und tiefer Schnee bedeckte Teile von Italien und Spanien. Europa war ein eisiges Reich.»

Die Rede ist von der Kleinen Eiszeit, die das Leben in Europa von 1570 bis 1700 aus den Angeln hob. Philipp Blom zeigt in seinem neuen Buch eindrücklich, wie ein geringes Absinken der Durchschnittstemperaturen die europäische Gesellschaft in eine Krise stürzte: Ernteausfälle, Hungersnöte und Krankheiten sind nur einige der Konsequenzen, die alle Stände betrafen. Der Historiker macht aber auch deutlich, wie eng der Kälteeinbruch mit dem Beginn der Moderne zusammenhängt. Die Menschen fühlten sich erst von Gott verlassen und züchtigen sich mit Bussprozessionen und Hexenverbrennungen, um sich seiner Gnade wieder sicher zu sein. Doch als all dies nichts half, begannen sie in der Natur sowohl nach Erklärungen, als auch nach Lösungen zu suchen und ihre Fragen wissenschaftlich zu beantworten. Ganz in der Blom’schen Art spinnt der Autor seine Überlegungen weiter bis heute und veranschaulicht, was die historische Erfahrung für den heutigen Umgang mit dem Klimawandel bedeuten könnte.

Jana Kilchenmann

Hanser Verlag, München 2017
304 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-446-25458-9

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