Der Hilfsprediger

Hilary Mantel
Der Hilfsprediger

Hilary Mantel: Der Hilfsprediger

Ein abgelegenes Dorf im England der 1950er Jahre:

«Der Abend wurde kälter. Ein Wind rauschte über die Moore, direkt aus Englands herbstlichem Herzen.»

Der Dorfpriester Vater Angwin, ein vom Glauben abgefallener Zyniker, ist verärgert. Der neue Bischof will seine Gemeinde, in der Aberglaube, Ignoranz und Kleingeist herrscht, in die Neuzeit führen. Er befiehlt dem aufmüpfigen Priester, die Heiligenfiguren, diesen abergläubischen Tand und Plunder, aus der Kirche zu entfernen. Dabei will dieser nur seine Ruhe haben. Als eines späten Abends ein Fremder namens Fludd auftaucht und sich als der neue Vikar vorstellt, ist Vater Angwin davon überzeugt, dass er ein Spion des Bischofs ist. Aber wer ist dieser Hilfsprediger wirklich? Seit er in der Gemeinde aufgetaucht ist, geschehen merkwürdige Dinge. Fludd ist ein charismatischer Typ, der die Gemeindemitglieder in seinen Bann zieht, allen voran die junge Nonne Philomena, die plötzlich romantische Gefühle für den Mann entwickelt. Mit seiner Hilfe befreit sie sich aus den Fängen der strengen Oberin und verlässt bei Nacht und Nebel das Kloster. Aber niemand kann sich sein Gesicht merken, und er scheint seltsam unwirklich. Ist er ein Engel oder der Teufel höchstpersönlich?

Hilary Mantel, berühmt geworden mit ihren historischen Romanen «Wölfe» und «Falken», für die sie zweimal den Bookerpreis erhielt, ist mit diesem Buch, das bereits 1989 erschienen ist, ein brillantes Werk gelungen. Eine dunkle Komödie voller Abgründe, die dennoch Hoffnung auf ein Happy End weckt.

Veronika Scheuermeier

DuMont Buchverlag, 2017
208 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-8321-9872-5

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