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Helen Garner: Drei Söhne
Isabelle Autissier: Herz auf Eis
Oskar Panizza: Vreneli's Gärtli
Takis Würger: Der Club
F. W. Bernstein: Frische Gedichte

Helen Garner
Drei Söhne
Ein Mordprozess

Helen Garner: Drei Söhne

«Es war einmal ein schwer arbeitender Mann, der mit seiner Frau und seinen drei kleinen Söhnen in einer Kleinstadt in Victoria lebte.»

Eines Tages teilte ihm seine Frau mit, sie wolle die Ehe beenden, sie liebe ihn nicht mehr. Der Mann zog aus, die Kinder blieben bei ihr.

Was wie ein trauriges Märchen beginnt, endet ein paar Monate später in einer Katastrophe. Der Vater fährt auf dem Heimweg von einem Vaterschaftsausflug mit dem Auto in einen Baggersee. Er kann sich retten, die drei Söhne ertrinken.

Tragischer Unfall oder Mord als Rache an der Exfrau?

Die Autorin und Journalistin Helen Garner verfolgt hautnah den anschliessenden Prozess, der jahrelang die australische Justiz und Öffentlichkeit beschäftigt. Entstanden ist ein packender, genau beobachtender Bericht, eine Mischung aus Familienporträt, Reportage und Gerichtsthriller, mal sachlich objektiv, mal sehr persönlich. Ein Fall, der einen Sog entwickelt und auch uns Lesende nicht mehr loslässt, bis er nach endlosen sechs Jahren abgeschlossen ist.

Was bleibt ist die Trauer um das Schicksal der drei Söhne: «Denn jeder Fremde trauert um sie. Jeder Fremde hat ihretwegen ein gebrochenes Herz.»

Veronika Scheuermeier

Berlin Verlag, 2016
352 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-8270-1269-2

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CHF 27.90

Isabelle Autissier
Herz auf Eis

Isabelle Autissier: Herz auf Eis

Die Welt erkunden, Abenteuer erleben, dem Alltagskorsett entfliehen: Louise und Ludovic, ein junges Paar aus Paris, suchen genau das auf ihrer Weltumsegelung. Doch als auf einer Insel im Südpolarmeer fernab der Zivilisation ihr Boot nach einem Sturm verloren geht, erfahren sie am eigenen Leib, wie zerbrechlich der Mensch ohne Hilfsmittel in der Natur ist. Der geschlossene Schauplatz lässt keinen Rückzug und keine Flucht zu - die Protagonisten sind gezwungen, miteinander zu agieren, ob sie das nun enger zusammenschweisst oder  entzweit. Für die Grossstädter beginnt der unerwartete Kampf ums Überleben: „Wie lange werden sie hier sein? Sechs Monate, acht Monate? Und wenn im nächsten Jahr niemand kommt? Müssen sie den Rest ihres Lebens in Dreck und Kälte verbringen, Tiere niederknüppeln und häuten wie die Barbaren? Bis der Tod sie holt? Das Gefängnis im Südatlantik schliesst sich um sie.“

Die Autorin, der es 1991 als erster Frau gelang, alleine die Welt zu umsegeln, beschreibt eindrücklich, wie das Paar in dieser Extremsituation verzweifelt versucht, sein Menschsein zu bewahren.

Jana Kilchenmann

Mare Verlag, 2017
224 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-86648-256-2

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CHF 30.90

Oskar Panizza
Vreneli's Gärtli
Eine Zürcher Begebenheit

Oskar Panizza: Vreneli's Gärtli

Zürich war Fluchtort und Anziehungspunkt vieler Literaten, so auch für Oskar Panizza, einem bayrischen Autor. Das kontrollsüchtige wilhelminische Kaiserreich trieb ihn in die Schweiz ins Exil.

Das Gärtli ist ein Gasthof und das Vreneli (auf Hochdeutsch Verenalein) weckt zusammen mit dem "Venusberg" erotische Gelüste. Der Ort erschien ihm – dem Exilierten – als Paradies. Er sah sich selber als bissigen Provokateur und besessenen Aufrührer, ätzend und misstrauisch. Seine kleine Erzählung von 1899 "Vreneli's Gärtli" zeigt seine schwärmerische Seite. Er taucht in eine Landschaft des Traumes ein, als wäre dort dauernd Sinnesglück und Lustbarkeit. Dem sind Schimpftiraden gegen den Polizeistaat gegenübergestellt. Das alles endet mit Zufriedenheit und einem "ruhigen, polizeifreien Schlaf". Humorvoll frech und ironisch.

Ulrich Riklin

Limmat Verlag, 2016
104 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-85791-812-4

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CHF 20.90

Takis Würger
Der Club

Takis Würger: Der Club

„Ein paar Wochen später wollten mich die Jungs in der Schule noch mal verprügeln. Ich lief wieder davon, doch dieses Mal dachte ich nach und blieb stehen. Ich drehte mich um und hob die Fäuste, so, wie es mein Boxtrainer mir gezeigt hatte, die Rechte am Kinn, die Linke auf der Höhe des Auges vor dem Kopf. Niemand griff mich an.“

Hans Stichler erlebt eine traurige Kindheit in Norddeutschland. Früh verliert er die Mutter, dann den Vater. Er wächst im Internat heran, lernt viel und schweigt die meiste Zeit. Seine einzige verbleibende Familie besteht aus der geographisch und mental distanzierten Halbschwester seiner Mutter. Tante Alex lebt in England und unterrichtet an einem renommierten College Kunstgeschichte.

Überraschen lädt Alex Hans nach seinem Abitur nach England ein. Er soll in Ihrer Nähe studieren und unbedingt einer exklusiven Studentenverbindung beitreten, dem Pitt Club. Alex will Einblick in diesen elitären Männerbund, weil sie vermutet, dass dort Frauen missbraucht werden.

Das Debut des Spielgel-Journalisten ist berührend und spannend zugleich. Dass der Autor selber boxt, an der Universität von Cambridge studierte und Mitglied in studentischen Clubs war, macht die Geschichte sehr glaubwürdig.

Susanne Bühler

Kein & Aber, 2017
240 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-0369-5753-1

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F. W. Bernstein
Frische Gedichte

F. W. Bernstein: Frische Gedichte

F. W. Bernstein begründete zusammen mit Robert Gernhardt, Eckhard Henscheid, F. K. Waechter, Chlodwig Poth und anderen die Neue Frankfurter Schule, deren Publikationsorgan ab 1979 das Satiremagazin Titanic wurde. Bernstein lebt und arbeitet in Berlin Steglitz. Seine neuen Verse sind umwerfend komisch und vom Reime durchtränkt. Für den kommenden Sommer seien folgende Verse empfohlen:

Auch die Hühner werfen Schatten,

wenn sie in der Sonne stehn.

Sinnvorräte, die wir hatten,

schwinden, schmelzen  und vergehn(…)

Ja, und so wird der Sinnverlust zum wahren Lustgewinn.

Ulrich Riklin

Antje Kunstmann Verlag, 2017
208 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-95614-169-0

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