Buchtipps aus dem Newsletter 2009/2010
Am Dienstag- und Samstagvormittag summt die Münstergasse von den Stimmen der Marktfahrer und ihrer Kunden. Auge und Nase folgen verzückt und begierig dem Gemisch von Farben und Düften. An den übrigen Wochentagen ist die Gasse beinahe menschenleer, versunken in Raum und Zeit. Steht man vor der Münstergass-Buchhandlung, dringt das Plätschern des Moses-Brunnens ans Ohr. Hin und wieder erschreckt ein Wasserschwall, der in unregelmässigen Abständen aus dem Obergeschoss des Hauses nebenan auf das Kopfsteinpflaster stürzt, ahnungslose Touristen.
Beim Betreten der Buchhandlung ist das Summen und Wispern der Bücher zu hören, werbend und abweisend zugleich, und sie stehen in harmonischer oder ungewollter Nachbarschaft. In den Räumen, wo bis vor zwei Jahren der Posamentier alle Arten von gewebten und gewirkten Bändern, Borten, Fransen, Schnüren und Quasten aus Baumwolle, Wolle, Seide, Gold- und Silberfäden verfertigte, herrscht nun eine andere Ordnung der Dinge. Obwohl der Besucher einer Buchhandlung, um sich rasch zurechtzufinden, angewiesen ist auf ein verbindliches Klassifizierungssystem, ist die Ordnung immer nur eine vorläufige und spiegelt nicht erst seit Foucault Denk- und Machtstrukturen einer bestimmten Zeit. Viele der Autorinnen und Autoren der Bücher in der Münstergass-Buchhandlung widersetzten sich der Ordnung und zahlten für ihren Widerstand einen hohen Preis: im Straflager, in der Emigration, in der Vergessenheit. Andere passten sich, als Hilfsbuchhalter, in der Lampenfabrik oder als Angestellter einer Arbeiter- und Unfallversicherungsanstalt, der Ordnung scheinbar an, während wir aus ihren Büchern lernen können, wie sich Realität konstituiert.
Umgezogen ist die Münstergass-Buchhandlung aus dem vordergründigen Anlass, Platz und einen bequemeren Zugang zum oberen Stockwerk zu gewinnen; aber der verborgene Grund liegt darin, dass auch hier Gewobenes und Gewirktes feilgeboten wird, wo der Roman einem Teppich vergleichbar ist, einem handgewobenen, bei dessen Herstellung besonders auf die Farben, Motive achtgegeben wird, die sich wiederholen, abgewandelt natürlich, eben handwerklich gefertigt, beinahe mit einer gewissen Schwerfälligkeit behaftet, und der einen an ein Mädchen aus der Schulzeit erinnert und an eine Blumenmatte mit Kirschbäumen drauf, die gerade blühen. Verstohlen streichelt der Besucher einen besonders schönen Einband und atmet beim erstmaligen Öffnen des Buches verzückt und begierig den Duft von Papier und Druckerschwärze ein.
Marianne Wille
- Jürgen von der Lippe (Hrsg.): Das witzigste Vorlesebuch der Welt
- Franz Hohler/Nikolaus Heidelbach: Das grosse Buch
- Detlef Bluhm: Von Autoren, Büchern und Piraten
- Umberto Eco: Die Kunst des Bücherliebens
- Peter von Matt: Wörterleuchten
- Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen: Der abenteuerliche Simplicissimus
- Reif Larsen: Die Karte meiner Träume
- Eine Sammlung chinesischer Klassiker: Das alte China; Von Kaiser zu Kaiser; Die Goldene Truhe; Der Aufstand der Zauberer
- Beat Gloor: uns ich er
- Gabriele Bessler: Wunderkammern
- Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt
- Rolf Holenstein: Ochsenbein
- Edward W. Said: Orientalismus
- Ljudmila Ulitzkaja: Daniel Stein
- Johann Friedrich Naumann: Die Vögel Mitteleuropas
- Georg Brunold: Nichts als die Welt
- Daniel Schwartz: Schnee in Samarkand
- Zhuangzi: Mit den passenden Schuhen vergisst man die Füsse
- Michael Hampe: Das vollkommene Leben
- Gisula Tscharner: Wald und Wiese auf dem Teller
- Ralph Dutli: Liebe Olive
- Joachim Nagel: Femme fatale
- Peter Adam (Stumpf, Andrea (Übers.) / Werbeck, Gabriele (Übers.): Eileen Gray
Jürgen von der Lippe (Hrsg.)
Das witzigste Vorlesebuch der Welt
Für Kinder eher nicht, dafür für Erwachsene sehr unterhaltsam sind die Geschichten, die der Herausgeber Jürgen von der Lippe in seiner TV-Show «Was liest du?» getestet hat. Die Kurzgeschichten und Glossen sind nicht einfach nur gut, sondern auch geeignet, ein Publikum herzhaft zum Lachen zu bringen.
Eichborn, 2009
240 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-8218-6056-5
CHF 35,90
Franz Hohler/Nikolaus Heidelbach
Das grosse Buch
Geschichten für Kinder
Zahlreiche Geschichten, lange und kurze, finden sich in diesem Buch, an dem nicht nur Kinder ihren Spass haben. Gespräche zwischen Kreide und Wandtafelschwamm, einer Sau und einem Stroh oder die Geschichte vom Tausendfüssler, der vergeblich versucht, seine Füsse zu zählen.
Vielseitig, humorvoll und sehr schön bebildert eignen sie sich bestens als Gutenachtgeschichten oder auch einfach als Unterhaltung für zwischendurch. Und die kürzeste Geschichte sei hier bereits verraten, nämlich die vom grossen Zwerg: «Es war einmal ein Zwerg, der war 1,89 m gross.»
Simone Liechti
Hanser, 2009
311 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-446-23312-6
CHF 34,50
Detlef Bluhm
Von Autoren, Büchern und Piraten
Kleine Geschichte der Buchkultur
Dieser Blick zurück auf die fast 3000-jährige Geschichte des Buches ist auch ein Blick auf die Bedeutung des für jede Kultur bis heute zentralen Wissensspeicher.
Kenntnis- und faktenreich ist auch das Schlusskapitel, das kritisch auf die Digitalisierung schaut. Es bleibt jedoch keine Zeit mehr um über ihre Risiken und Nebenwirkungen nachzudenken. Klar ist nur, dass das Kulturgut Buch und alle seine Akteure eine noch nie dagewesene Veränderung durchlaufen und die eigene oder öffentliche Bibliothek mehr einem überdimensionierten Bildschirm gleichen wird, denn einer schmucken Bücherrückenwand.
Ulrich Riklin
Artemis & Winkler, 2009
265 Seiten, Gebunden
ISBN 978-3-538-07285-5
CHF 31,50
Umberto Eco
Die Kunst des Bücherliebens
Bücher sind Leidenschaften, ob sie existieren oder ob es Phantomtitel sind, ihnen gilt die Wissenslust. Umberto Eco ist ein Sammler, nicht um sie alle zu besitzen, nein, er l e b t mit ihnen. Seine Essays reichen von den «Insularien» – der Lust des 16./17. Jahrhunderts an der Auflistung aller Inseln der Welt bis hin zum «inneren Monolog eines E-Books».
Ulrich Riklin
Hanser, 2009
194 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-446-23293-8
CHF 33,90
Peter von Matt
Wörterleuchten
Kleine Deutungen deutscher Gedichte
Dichten heisst verdichten, kürzen, auf den Punkt bringen. Gedichte sind wundersame Wortkompositionen, die Unerwartetes in sich bergen. Gerne lassen wir uns an der Hand nehmen und durch diese kundige und auch sehr persönliche Auswahl von sechzig Gedichten vom Zürcher Literaturwissenschaftler führen. Mit Lust und Liebe, mit listigen Gedanken und Augenzwinkern erschliesst er uns diese lyrischen Fundstücke. Sie umfassen Werke von Matthias Claudius bis Durs Grünbein.
Ulrich Riklin
Hanser, 2009
219 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-446-23298-3
CHF 31,90
Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen
Der abenteuerliche Simplicissimus
Mich hat er immer gerührt, dieser Junge, der in den Wirren des Dreissigjährigen Krieges seinen Weg suchen musste, dauernd hungernd, von Bratenduft angelockt, von Sodomie und Unzucht abgeschreckt, von Wölfen bedroht, betrogen und hintergangen von Schleppsäcken und Schwarzmagiern, begleitet von Bettlern und fahrendem Lumpengesindel, eingeschwärzt von durchtriebenen Zigeunern – kurz, ein Überleben in einem wahren Kosmos der Abscheulichkeiten und grausamen Gegensätze.
Dieses Opus Magnus hat Reinhard Kaiser nach dreihundertvierzig Jahren in ein lesbares Deutsch gebracht. Denn der abenteuerliche Simplicissimus ist kein muffiger altbackener Schunken, sondern ein witziges, scharfsinniges und kunstfertiges Weltbuch, das zum Allerbesten gehört, was wir in der deutschen Literatur haben.
Ulrich Riklin
Die Andere Bibliothek, Eichborn 2009, 2009
762 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-8218-4769-6
CHF 85,00
Reif Larsen
Die Karte meiner Träume
Roman
Die unglaubliche Reise des T.S. Spivet, der die lange Reise von Divine in Montana nach Washington unternimmt. Das Besondere an T.S. Spivet ist nicht, dass er ein kleiner Junge ist, sondern dass er alles dokumentiert. In verschieden farbigen Notizbüchern. Er zeichnet Diagramme über den Whiskeykonsum seines Vaters, die Anatomie jeglicher Insekten, die ihm über den Weg krabbeln, aber auch «Leute, die Dinge tun». Als er für seine Zeichnungen nach Washington berufen wird, hält er kurzerhand und trickreich einen Güterzug an. Und erkennt auf dieser Reise, dass nicht jeder Weg kartographierbar ist…
Brigitte Rohrer
S. Fischer, 2009
435 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-10-044811-8
CHF 39,90
Eine Sammlung chinesischer Klassiker
Das alte China; Von Kaiser zu Kaiser; Die Goldene Truhe; Der Aufstand der Zauberer
Die vier Bände geben einen Einblick in die unerhörte Vielfalt der klassischen chinesischen Literatur. Neuübersetzungen und neu entdeckte Übersetzungen ergänzen die Sammlung. Die einzelnen Bände: Band 1 - Das alte China mit den frühen klassischen und philosophischen Texten der 100 Schulen, vom I Ging bis hin zu den grundlegenden Schriften der daoistischen und konfuzianischen Meister. Die Ursprünge und Quellen der chinesischen Kultur werden in zum Teil exklusiv für diesen Band angefertigten Übersetzungen sichtbar. Band 2 - Von Kaiser zu Kaiser. Die Blütezeit der chinesischen Lyrik steht im Mittelpunkt. Chinesische Poesie in deutscher Sprache ist auch ein Zusammentreffen mit den Nachübersetzern Albert Ehrenstein, Bert Brecht, Rainer M. Gerhard und Günter Eich. Band 3 - Die Goldene Truhe. Die klassische Zeit mit oft im Volksglauben wurzelnden Motiven der übernatürlichen oder gewöhnlichen Begebenheiten. Band 4 - Der Aufstand der Zauberer. Das Wesen ständiger Verwandlung, das Prinzip des Daoismus und der Versuch, die Grenzen zwischen den Sphären Gott – Mensch – Tier verschwinden zu lassen.
Ulrich Riklin
S. Fischer, 2009
1840 Seiten, 4 Bände in Kassette
ISBN 978-3-10-010240-9
CHF 148,00
Beat Gloor
uns ich er
Worte, die laut zu lesen und mit gebührendem Abstand zu betrachten sind. Worte, die andere Worte verbergen und neue schaffen. Worte, die wie Vexierbilder schillernd sich in verschiedenen Welten bewegen.
Ulrich Riklin schwer
starb
eiter
innen
Salis, 2009
70 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-905801-25-5
CHF 40,80
Gabriele Bessler
Wunderkammern
Weltmodelle von der Renaissance bis zur Kunst der Gegenwart
In der Frühneuzeit wurden die Kuriositäten und Sonderlichkeiten («ein Paradeiss-Vogel», «zwey grosse Straussen-Eyer») als singuläre Unikate gesammelt und zur Schau gestellt. Es waren Kleinkosmen, die als Spiegel des Makrokosmos das möglichst enzyklopädische Wissen der Adligen präsentierten. Dies als Zeichen des herrschaftlichen Anspruchs oder als Zeugnis der humanistischen Bildung. Wunderkammern waren Weltaneignungen und bis heute wirken sie nach.
Ulrich Riklin
Dietrich Reimer, 2009
251 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-496-01402-7
CHF 80,90
Jürgen Osterhammel
Die Verwandlung der Welt
Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts
Eine Weltgeschichte des 19. Jahrhunderts? Ja, auch. Aber vor allem ist dieses schwergewichtige Buch eine lange Erzählung, eine Menschheits- und Kulturgeschichte. Der Autor, Professor in Konstanz, leuchtet aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln hinein in unbekannte Fakten und ungewohnte Winkel, fasst «Geschichte» weit und fügt so ein detailreiches Epochenporträt zusammen. Einige Kapitelüberschriften: Erinnerungshorte, Sattelzeit, «Mental maps», Beharrungskraft der Reichen, Arbeit – die physischen Grundlagen der Kultur, Unterwerfung des Raumes und Angriff auf nomadisches Leben. Eine längere Lektüre mit einer sehr geringen Verfallszeit.
Ulrich Riklin
C.H. Beck, 2009
1568 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-406-58283-7
CHF 83,90
Rolf Holenstein
Ochsenbein
Erfinder der modernen Schweiz
Die erste Biographie über Ulrich Ochsenbein erschien im Jahre 1918, 28 Jahre nach dessen Tod. Sie war ein reines Pamphlet, aufgrund manipulierter Quellen und Fehlurteile entstanden. Erst fast hundert Jahre später kommt einer und korrigiert das Bild des «Erfinders» unseres Bundesstaates. Dem Autor sei Dank, dass er uns diese detailliert und spannend geschriebene Lebensgeschichte vorlegt und damit ein dunkles Kapitel der Schweizergeschichte erhellt.
Barbara Lehmann
Echtzeit, 2009
500 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-905800-30-2
CHF 49,00
Edward W. Said
Orientalismus
Endlich gibt es ihn wieder auf Deutsch: den Klassiker der Islamwissenschaft und der postcolonial studies! Edward Said, US-amerikanischer Literaturwissenschaftler palästinensischer Herkunft, hat mit dem 1978 erschienenen Buch das europäische Bild des Orients, ja den Begriff «Orient», als Konstrukt und Phantasie dekonstruiert und die britische und französische Fachrichtung der Orientalistik als ideologisch und politisch geprägt kritisiert. «Orientalismus» hat damals für harte Kontroversen gesorgt und hat auch heute nichts von seiner Aktualität und Sprengkraft eingebüsst.
Céline Morgan
S. Fischer, 2009
459 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-10-071008-6
CHF 42,90
Ljudmila Ulitzkaja
Daniel Stein
Roman
Ljudmila Ulitzkajas neuer Roman ist nicht einfach. Nicht einfach ein Roman, weil er auf der realen Figur des Oswald Rufeisen basiert. Auch nicht einfach eine Biographie desselben, sondern eine fiktionale Aufarbeitung seiner Geschichte und gleichzeitig der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Und einfach zu lesen ist das Buch schon gar nicht. Aber spannend. Anhand der Figur Daniel Stein erlebt der Leser das dörfliche Leben der Juden in Ostpolen. Dann die Verfolgungen und das Töten im Zweiten Weltkrieg. Aber auch die Wunder, die in dieser Zeit geschehen konnten. Nach dem Krieg ist man beim Aufbau von Israel dabei und erlebt den Konflikt zwischen Juden, Christen und Moslems. Anhand von (fiktiven oder realen?) Briefkontakten und Tagebucheinträgen verschiedener Personen erlebt man auch die Entwicklungen in Europa und Osteuropa, Russland und Amerika.
Brigitte Rohrer
Hanser, 2009
485 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-446-23279-2
CHF 42,90
Johann Friedrich Naumann
Die Vögel Mitteleuropas
Naumanns Naturgeschichte der Vögel Mitteleuropas erschien in «zweiter» Auflage in den Jahren 1896 bis 1905 in zwölf Bänden (Grossformat). Die «erste» Auflage erschien 1820 bis 1844 nach längerer Vorarbeit. Fünfundzwanzig Jahre hat Naumann an seinem Hauptwerk gearbeitet. In einer bibliophilen Prachtsausgabe im Folioformat werden Originalstiche und achtzig bislang unveröffentlichten Aquarelle nun hier abgedruckt. Arnulf Conradi hat für den Textteil des Buches siebzehn Vogeldarstellungen aus dem Hauptwerk ausgewählt und dabei darauf geachtet, verschiedene Vogelarten wie Raubvögel, Singvögel und Watvögel zu berücksichtigen. Zu jeder der Darstellungen ist jener Kupferstich gestellt, der auch in der ersten Ausgabe der «Naturgeschichte der Vögel Mitteleuropas» den jeweiligen Text begleitet. Die natürliche Schönheit seiner Vogelbilder und die grosse Kreativität seiner Sprache machen diese Auswahl zu einer wahren Augenlust.
Ulrich Riklin
Die Andere Bibliothek, Eichborn, 2009
520 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-8218-6223-1
CHF 139,00
Georg Brunold
Nichts als die Welt
Reportagen und Augenzeugenberichte aus 2500 Jahren
Auf fast siebenhundert Seiten vereint Georg Brunold 160 Texte aus 2500 Jahren. Beeindruckende Zeugnisse vom Untergang der Titanic, vom Ausbruch des Vesuvs oder von der Front in Verdun. Zwölf Fotoreportagen in Schwarz-Weiss, zum Beispiel über 09/11 oder über die Vernichtung der Hmong, ein laotisches Bergvolk, einst Geheimarmee der CIA. Das Schreiben der Rezension nahm trotz ihrem geringen Umfang Stunden in Anspruch. Schönes Papier, fesselnde Reportagen und der aufregende Geruch eines edlen Drucks.
Michael Zimmermann
Galiani, 2009
681 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-86971-001-3
CHF 139,00
Daniel Schwartz
Schnee in Samarkand
Ein Reisebericht aus dreitausend Jahren
Was ist es, das uns so berauscht wenn wir zu solch fernen und fremden Reisen in Raum und Zeit aufbrechen? Die schwarze Bleiwüste zieht sich über 988 Seiten hinweg und wir gehen die Realität völlig vergessend durchs Herzland zwischen China, Indien, Europa und den Steppen Eurasiens. Unser kundiger Führer folgte 1987 der Grossen Mauer Chinas in ihrer vollen Länge und ihn liess das endlose Grenzland nicht mehr los. Hier befruchteten sich die grossen Kulturen der Welt seit Jahrtausenden.
Er macht uns bekannt mit dem chinesische Kaiser und den persischen Königen; Alexander dem Grossen und Dschingis Khan; Karawanenführern und taoistischen Mönchen. Wir lassen uns durch die Literatur in seinem Gepäck inspirieren: Herodot, Sima Qian, Marco Polo, Ibn Battuta, Ibn Khaldun, Arrian, Alexander von Humboldt, aber auch Robert Byron oder Sven Hedin. Ein wahres Kompendium einer gänzlich unbekannten Welt.
Ulrich Riklin
Eichborn, 2008
991 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-8218-5831-9
CHF 85,00
Zhuangzi
Mit den passenden Schuhen vergisst man die Füsse
Ein Zhuangzi-Lesebuch
«Himmel und Erde haben eine grosse Schönheit und sprechen nicht über diese.»
In diesem Lesebuch mit Texten aus den Schriften des chinesischen Philosophen Zhunangzi (ca. 369-286 v. Chr.) geht es immer wieder um die zerbrechliche und kostbare Schönheit, die alles Leben seit Jahrmillionen nährt. Unsere Natur, unsere Umwelt und natürlich der Mensch und sein Denken und Handeln stehen im Mittelpunkt. Auch wenn manches auf den ersten Blick fremd und ungewohnt klingen mag, ist das Buch eine Fundgrube für Neugierige, die bei näherem Hinsehen erstaunliche Parallelen zu aktuellen Fragen entdecken. Neben Textausschnitten in chinesischer Schrift werden die einzelnen Kapitel mit schönen Kalligraphien von Suishû Tomoko Klopfenstein-Arii eingeleitet.
Priska Schorneck
Ammann, 2009
292 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-250-10529-9
CHF 37,90
Michael Hampe
Das vollkommene Leben
Vier Meditationen über das Glück
«Ich glaube, dass Vollkommenheit nichts Festes und Endgültiges ist, sondern etwas, das sich immer weiter entfaltet.» Hans Bemmann in «Stein und Flöte»
In «Das vollkommene Leben» legt Hampe, welcher zu einem ähnlichen Schluss kommt, vier unterstützende Beispiele für diese These vor. Er schreibt diese traditionell inspirierten Essays, quasi «Wege zum Glück», und lässt sie sich gegenseitig ausstechen. Wieso kann etwas generell betrachtet nicht bestehen, wenn es sonst in sich aufgeht?
Simeon Reiser
Hanser, 2009
302 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-446-23428-4
CHF 37,50
Gisula Tscharner
Wald und Wiese auf dem Teller
Neue Rezepte aus der wilden Weiberküche
Geblümte Wiesenbrote, kalte Sauerampfersauce oder nährender Blumenimbiss – da bekommt die Redewendung «ins Gras beissen» eine ganz neue Bedeutung. Gisula Tscharner hat in diesem Buch eine Sammlung an ungewöhnlichen Rezepten aus wohlbekannten alltäglichen Wald- und Wiesenpflanzen zusammengestellt. Neben den Rezepten beschreibt die Autorin in einer naturverbundenen Art und Weise die typischen Landschaften, in denen die Pflanzen vorkommen. Ein Genuss für Leser und Gaumen.
Katia Burkhalter
AT, 2009
160 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-03800-404-2
CHF 39,90
Ralph Dutli
Liebe Olive
Eine kleine Kulturgeschichte
Was für wunderbare Dinge lassen sich mit Oliven herstellen: Olivenöl, Seife, Olivenpaste… Doch auch der Olivenbaum an sich ist eine Freude! In der mediterranen Hitze suchen wir in seinem Schatten Zuflucht, und wir lieben ihn für seine knorrige Rinde und seine eigenwillige Form. Der Lyriker und Essayist Ralph Dutli widmet sich in seinem klugen Buch der Kulturgeschichte dieser wunderbaren Frucht. Wir erfahren, weshalb der Tod «wie das Herabfallen einer herbstlich reifen Olive» ist, wie Van Gogh in den Bann des Ölbaums gezogen wurde und wie die frisch gepflückte Olive behandelt werden muss, damit sie ihre Bitterkeit verliert und mundet.
Céline Morgan
Ammanns kleine Bibliothek, Zürich 2009
152 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-250-10803-0
CHF 25,90
Joachim Nagel
Femme fatale
Faszinierende Frauen
«Wer hüllenlos und nackt mich sieht, verzichtet gerne
Auf Mond und Sonne und den Himmel und die Sterne.»
So schrieb Charles Baudelaire und es könnte auch die Überschrift dieses Buches sein. Von der Aphrodite, Sphinx, Cleopatra bis hin zu den Diven, Musen, Vamps und Venusfallen (ver-)locken diese Bilder und zeigen das ganze Spektrum der Verführerinnen, seien es Madonnen oder Teufelsbräute.
Ulrich Riklin
Belser, 2009
128 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-7630-2521-3
CHF 42,90
Peter Adam (Stumpf, Andrea (Übers.) / Werbeck, Gabriele (Übers.)
Eileen Gray
Leben und Werk (mit 100 Abbildungen)
«Non Conformist» hat die Designerin und Architektin Eileen Gray 1926 einen der von ihr entworfenen Sessel genannt und sich so auch gleich selber charakterisiert. Diese reich illustrierte Werkbiographie zeigt Leben und Schaffen einer eigenständigen, eigenwilligen und innovativen Persönlichkeit.
Freiheit und Strenge, Klarheit und Konsequenz, Funktion und Material zeichnen ihre Arbeiten aus. Seien dies ungewöhnliche Lackarbeiten, Raumteiler, Sofas, Betten, Stühle, Lampen und natürlich die beiden avantgardistischen Häuser E.1026 und Castellar in Südfrankreich.
Bis in die 70er Jahre war sie so gut wie vergessen, jetzt sei ihr die gebührende Wertschätzung gegönnt.
Ulrich Riklin
Schirmer /Mosel Verlag, München 2009
359 Seiten, Gebunden
ISBN 978-3-8296-0293-8
CHF 125,00