Buchtipps vom 9 Januar 2009

Rafik Schami: Was ich schaffe, überdauert die Zeit
Franz Dodel: Nicht bei Trost
Franz Dodel: Nicht bei Trost - a never ending Haiku
Michel Pastoureau: Der Bär
Peter Weibel: Am Berg
Barack Obama: Ein amerikanischer Traum
Rebecca Miller: Pippa Lee

Rafik Schami
Was ich schaffe, überdauert die Zeit
Eine Geschichte von der Schönheit der Schrift erzählt von Rafik Schami

Rafik Schami: Was ich schaffe, überdauert die Zeit

Rafik Schami hat in diesem kleinen, illustrierten Buch eine kurze Geschichte der Kalligraphie geschrieben. Er erzählt vom grossen Ibn Muqla (*885/886; † 20. Juli 940), des wichtigsten arabischen Schriftkünstlers und bedeutenden Standardisierers der Schriftzeichen. Es ist eine Liebeserklärung an die arabische Kalligraphie, die über die Jahrtausende zur wichtigsten Kunstform im Islam wurde. Sie ist Musik für die Augen. Ihre Schönheit, ihr Rhythmus und ihre Ornamentik faszinieren in ihrer riesigen Vielfalt. Ibn Muqla liess auf der Innenwand seines Hauses diese, seine Worte anbringen: «Was ich schaffe, überdauert die Zeit».
Ulrich Riklin 

Hanser und Carl Veralg, München 2008
48 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-446-23043-9

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CHF 7,90

Franz Dodel
Nicht bei Trost
Haiku, endlos

Franz Dodel: Nicht bei Trost

Dieses schwarze, einem Dünndruckbrevier ähnliche, handschmeichelnde Buch eignet sich sehr zum täglichen Gebrauch. Der studierte Theologe und Bibliothekar wählt die Form des japanischen dreizeiligen Kürzestgedichtes, Haikus, das sind jeweils 5, 7, 5 Silben (japanische Moren), die traditionell ein Bild aus der Natur beschreiben, zu seinen Kontemplationen.

Ausgiebige Querverweise, exakte Zitate und entlegene Quellen sind die Riesen, auf deren Schultern der Autor Erhellung und Sanftheit, Gelassenheit und Reflexionen findet. Diese ruhig strömenden Gedankenassoziationen legen die offenen Fragen zum Ich, zum Dasein und zur Weltlichkeit dar, ohne Antworten zu geben. Es sind nicht nur Fundgruben apokryphen Wissens, sondern auch lichte, vor Jahren begonnene und nicht endende Aufzeichnungen..

Texte wie diese

Werden geschrieben um des

Vergessens willen

Sprechen nimmt die Welt in Besitz

Schreiben erstattet

sie wieder zurück erst wenn

alles gesagt ist

gelingt Verstehen vielleicht

                             > Zeile 08849 ff

Ulrich Riklin

Edition Korrespondenzen, Wien 2009
612 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-902113-58-0

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CHF 49,90

Franz Dodel
Nicht bei Trost - a never ending Haiku

Franz Dodel: Nicht bei Trost - a never ending Haiku

Englisch Broschur in drei Bänden
62 schwarz weiss Zeichnungen

Haus am Gern, Evilard 2004
104 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-9522196-6-9

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CHF 90,00

Michel Pastoureau
Der Bär
Geschichte eines gestürzten Königs

Michel Pastoureau: Der Bär

Bern ist eine Stadt der Bären. Erstaunlich, wie unbeachtet diese Kulturgeschichte jedoch geblieben ist. Mag der Verlag zu klein, die Auflage zu gering oder einfach die Flut der Publikationen zu gross sein? Hier sei dieses Buch dringend zur Lektüre empfohlen. Der Bär (und nicht der Löwe) war in Europa der König der Tiere, der kultisch verehrt wurde. Er rief Furcht, Verehrung und Bewunderung hervor und war lange Zeit ein gewichtiger Gegenspieler des christlichen Erlösers. Er war der Mittler zwischen Diesseits und Jenseits und galt als ein Ahnherr des Menschen. Für die Kirche war dies Grund genug, um ihn sowohl physisch wie auch symbolisch zu bekämpfen. Über tausend Jahre lang wurde er verfolgt, dämonisiert und herabgesetzt bis die tief verwurzelten Vorstellungen von seiner Würde und Unbesiegbarkeit dem Bild eines lasterhaften (er wurde zum Symbol der Wollust), satanischen Tieres, später dem einer tölpelhaften und törichten Kreatur gewichen waren.

Der französische Historiker Michel Pastoureau (*1947) spezialisierte sich auf die Geschichte der Farben und sein Forschungsinteresse gilt der Geschichte der Tiere, Bestiarien und Zoologie, vornehmlich des Mittelalters.
Ulrich Riklin

Wunderkammer Verlag, Neu-Isenburg 2008
384 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-939062-09-7

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CHF 59,90

Peter Weibel
Am Berg
Erzählung

Peter Weibel: Am Berg

Diese dichte und packende, knapp hundert seitige Erzählung zeigt, dass die eigenen Lebenssituationen immer auch Grenzsituationen sind oder werden können. Das Dasein wird so unvermutet «durchsichtig für das geheimnisvolle Andere» und in der Endlichkeit wird «die Unendlichkeit sichtbar». Die Grenze, ganz im Sinne von Jaspers, zeigt, dass es das «Andere» gibt.

Peter Weibels Text mit seiner grossen Qualität setzt die Tradition der Bergerzählungen der Schweizer Literatur fort, das sind Ludwig Hohl «Bergfahrt», Hans Morgenthaler «Ihr Berge» und Meinrad Inglin «Die Lawine».
Ulrich Riklin

Waldgut Verlag, Frauenfeld 2008
92 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-03740-391-4

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CHF 34,00

Barack Obama
Ein amerikanischer Traum
Die Geschichte meiner Familie

Barack Obama: Ein amerikanischer Traum

Mit Barack Obamas Präsidentschaftswahl hat es ein junger, schwarzer Demokrat ins Weisse Haus geschafft. Zu seinen Zielen gehört es, für eine gerechte Gesellschaft und eine faire Aussenpolitik zu kämpfen. Barack Obama weiss wovon er redet, denn er hat schon vieles in seiner Vergangenheit erlebt. Als Jugendlicher in Amerika spürte er wie es ist, als Dunkelhäutiger diskriminiert zu werden. Er liess sich dadurch jedoch nicht erniedrigen. Diese Erfahrung stärkte seinen Ehrgeiz umso mehr. Er absolvierte eine hervorragende Laufbahn in Harvard als Jurist. Dies ist nur der Anfang einer langen Familiengeschichte. Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen.
Antje Rickli

Hanser und Carl Verlag, München 2008
448 Seiten, gebunden
ISBN 9783446230217

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CHF 48,00

Rebecca Miller
Pippa Lee
Roman

Rebecca Miller: Pippa Lee

Pippa Lee ist eine attraktive Fünfzigerin, perfekte Hausfrau, hingebungsvolle Ehefrau und liebevolle Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Sie führt eigentlich ein perfektes Leben mit Ihrem Mann, einem bekannten Verleger.

Doch seit sie mit ihrem Mann in eine komfortable Alterssiedlung mit allen Annehmlichkeiten gezogen ist, bröckelt langsam die Fassade. Alles fängt mit Pippas Schlafwandeln an und sie merkt, dass etwas nicht stimmt. Ist das wirklich alles? Immer mehr ertappt sie sich dabei, wie sie in Tagträumen von früher abdriftet.

Als 16-jähriger Teenager und Pastorentochter verlässt sie ihr Zuhause, ein trostloses Kaff, lebt bei Ihrer lesbischen Tante in New York und taucht ein in die wilde Zeit der 60er Jahre, der Avantgarde, der Künstler und der sexuellen Befreiung.

Ein unterhaltsamer Roman, der einem zeigt, dass man auch mit fünfzig den Mut haben muss, neue Wege zu beschreiten.
Em Dang

Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2008
368 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-10-049012-4

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CHF 34,90

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