Bei uns gibt es fast keine Ladenhüter
6. Februar 2010 von UR
Weiterhin finden Sie Bücher zum 1/2 Preis (es werden immer weniger) noch bis Ende der zweiten Februarwoche 2010 in unseren beiden Schaufenstern.
Schauen Sie doch herein.
Weiterhin finden Sie Bücher zum 1/2 Preis (es werden immer weniger) noch bis Ende der zweiten Februarwoche 2010 in unseren beiden Schaufenstern.
Schauen Sie doch herein.
Am Weltwirtschaftsforum in Davos treffen sich nicht nur die Manager aus den obersten Etagen der Glaspaläste der Weltkonzerne. Auch viele Stars und Celebrities fliegen jedes Jahr nach Davos um an den Gesprächen teil zu nehmen.
Aber was machen der Pianist Lang Lang, Regisseur James Cameron und Paolo Coelho dieses Jahr in Davos? Sie nutzen ihre Berühmtheit, um Themen, für die Sie sich einsetzen an den entscheidenden Stellen zu platzieren. Bastian Timm hat dieses Phänomen in seinem Buch
Die Macht der Stars. Celebrities in der Weltpolitik spannend beschrieben. Wer mehr über die Gespräche in den Hinterzimmern von Davos erfahren möchte, lese dieses Buch!
Inventur machen wir immer am ersten Montag des neuen Jahres.
Wir notieren den Verkaufspreis und das letzte Einkaufsdatum jedes Buches. Wurde ein Titel mehr als vier Jahre nicht verkauft, so wird er aus dem Sortiment genommen. Dieses Jahr sind es 148 Bücher.
Anfang Februar 2010 verkaufen wir dann alle diese Titel zum halben Preis. Ein Blick in unsere Schaufenster wird sich dann jedenfalls sehr lohnen.
Wer eine Bibliothek mit Lese- und Arbeitszimmer gerne in seinem Hotel hätte, der muss sich schon über 1800 Meter über Meer begeben um fündig zu werden. Was hier jedem Gast zur Verfügung steht ist ein Juwel, ein Ort der Stille und der Lektüre. Das haben andere auch gewusst, zum Beispiel:
Friedrich Dürrenmatt
Hermann Hesse
Erich Kästner
Thomas Mann
François Mauriac
Alberto Moravia & Elsa Morante
Ihr Geist ist hier noch zu spüren und er zieht immer wieder neue Gäste an, die wiederum ihren Geist hinterlassen.
Roberto Bolaño 2666 lesen heisst, tausenden von Hinweisen nachgehen. Bolaño beschreibt (- welch herrliche Parabel!) das wunderbare Ready-made: Marcel Duchamp gab seiner Schwester in einem Brief aus Buenos Aires nach Paris 1919, die Anweisung ein Buch über Geometrie für einige Monate an einer Schnur aus dem Fenster zu hängen. Das Resultat dieses Prozesses, das Buch vom Winde durchblättert und verwittert – die Prinzipien der rationalen Wissenschaft belehrt durch die Tatsachen des Lebens – ist als Kunstobjekt sein Hochzeitsgeschenk.
Bolaño 2666 lesen heisst nämlich, sich auf die Entgrenzung von Reisen, Lesen und Erinnern einlassen. Die eigene Vorstellungskraft ist, so seine Idee, die Wirklichkeit. Gemäss der neuen Physik ist ja alles eine Einheit. Es gibt keine Objekte, sondern nur Verbindungen und in jedem Moment wird alles neu geschaffen. Das heisst, es gibt nur den Zusammenhang in dem wir sind.
Marcel Duchamp
Bild: Wikipedia
“Wer über das Grundrecht der Religionsfreiheit abstimmen lässt, greift nicht nur Minderheiten an, sondern europäische Werte. Hassprediger müssen also keine Islamisten sein.” schreibt Navid Kermani in der SZ.
Kermani sagt weiter, dass nur selten der “schwerwiegendste Tabubruch zur Sprache [kam], den die Volksabstimmung unabhängig von ihrem Ergebnis darstellt: Dass Grundrechte, noch dazu die Grundrechte einer Minderheit, in einer demokratischen Abstimmung zur Disposition gestellt werden und damit keine Grundrechte mehr sind.Nun gehört es zum Wesen von Tabus, dass sie in die Versuchung führen, sie zu brechen. Erst wenn der Tabubruch nicht mehr als solcher benannt und damit inkriminiert wird, ist er gesellschaftlich vollzogen. Umso fataler sind die um Verständnis werbenden Reaktionen vieler europäischer Regierungsvertreter. Wer jetzt beschwichtigt, provoziert erst recht einen Sturm.”
PS. Befremdend ist, dass wir erst jetzt das Bändchen von Andreas Gross u.a.zur Minarett-Initiative gut verkaufen!